Was ist eine SIM-Karte?

Ist die Rede von einem „Subscriber Identity Module“, so wird nicht jeder gleich wissen, was darunter zu verstehen ist. Bekannter ist der Chip wohl unter seinem Kürzel, nämlich als SIM-Karte. Über diese Karte, die zum mobilen Telefonieren, Simsen und Surfen benötigt wird, lässt sich der Teilnehmer identifizieren. Die SIM-Karte ist zugleich das Herzstück des mobilen Gerätes, denn sie enthält Prozessor und Speicher. Auf der SIM-Karte selbst befinden sich alle Angaben, die zur Anmeldung in einem Mobilfunknetz benötigt werden sowie Algorithmen zur Sprach- und Datenverschlüsselung. Der Nutzer kann darauf zusätzlich seine Kontaktdaten speichern. Die SIM-Karte wird in einen dafür vorgesehenen Platz im Mobilgerät eingesteckt. Wichtig ist, dass das richtige Format gewählt wird. Nachdem lange Zeit überwiegend Standard-SIM-Karten verwendet wurden, sind in den vergangenen Jahren zunehmend kleinere Formate entwickelt worden, die sog. Micro-SIM-Karte und Nano-SIM-Karten. Die SIM-Karte wird als Teil einer Kunststoffkarte von der Größe einer Scheckkarte ausgeliefert, aus der die eigentliche Karte herausgebrochen wird.

SIM-Karten

Micro-SIM-Karte

Um einheitliche Größen zu erhalten, werden SIM-Karten nach ISO genormt. Betrugen die Maße der Standard-SIM-Karte noch 25 × 15 mm, so wurden Micro-SIM-Karten bereits auf ein deutlich kleineres Maß gebracht, nämlich auf 15 × 12 mm. Damit wurde auch der allgemeinen technischen Entwicklung Rechnung getragen, die die Fertigung von immer kleineren Mobilgeräten ermöglichte. Soll eine Micro-SIM-Karte in ein Gerät mit Einschub für Standardkarten gelegt werden, so benötigt der Nutzer hierfür einen Adapter. Umgekehrt ist es möglich, eine Standard-SIM-Karte auf das Maß einer Micro-SIM-Karte zuzuschneiden. Mehr zum Thema Micro-SIM-Karten

Nano-SIM-Karte

Für bestimmte Geräte wie das iPhone 5 und das iPad mini wird eine Nano-SIM-Karte benötigt. Diese wurde – um Platz in den immer schmaler werdenden Geräten zu schaffen – gegenüber der Micro-SIM-Karte noch einmal deutlich verkleinert, nämlich auf die Maße 12,3 mm × 8,8 mm. Neben dem Unternehmen Apple, dessen Design der Nano-SIM-Karte vom Europäischen Institut für Telekommunikationsnormen (ETSI) bereits anerkannt wurde, äußerte auch der finnische Mobilgeräthersteller Nokia bereits Interesse an diesem Format, bisher erfolgte allerdings keine technische Realisierung. Mehr zum Thema Nano-SIM-Karten

SIM-Lock

Mobile Geräte können mit oder ohne Sperrcode verkauft werden. Der sogenannte SIM-Lock beschränkt die Nutzung mobiler Geräte auf einen vertraglich festgelegten Zeitraum. Stellt also beispielsweise ein Mobilfunkunternehmen dem Kunden mit einem Tarif auch ein Endgerät zur Verfügung, so darf dieses während der Vertragslaufzeit nur mit einer SIM-Karte dieses Anbieters genutzt werden. Erst nach Ablauf der vereinbarten Frist besteht dann die Möglichkeit, das Gerät offiziell entsperren zu lassen, sodass es auch mit SIM-Karten anderer Anbieter genutzt werden kann. Mehr zum Thema SIM-Lock

Lebensdauer einer SIM-Karte

Die Lebensdauer einer SIM-Karte hängt von zwei Faktoren ab. Zum einen davon, wie häufig sie genutzt wird. Für ältere SIM-Karten gilt ein ungefährer Wert von 100.000 Lösch-Schreib-Zyklen, wie sie bei der Authentifizierung oder bei einer Datenänderung durchgeführt werden. Neuere SIM-Karten überstehen bis zu einer Million solcher Zyklen. Der zweite Faktor betrifft die Art der Aufbewahrung und des Umgangs mit der SIM-Karte. Wird diese sicher und ohne Gefahr des Verkratzens verwahrt, so ist die Lebensdauer – abgesehen von der einsetzenden Veralterung – nahezu unbegrenzt. Dennoch kann sich ein Austausch der SIM-Karte lohnen, etwa wenn eine neuere Karte mehr Speicherplatz bietet. Zuweilen werden ältere Karten in neueren Geräten auch nicht mehr erkannt, da ein anderer Typ oder eine andere Spannung erforderlich ist. Werden SIM-Karten häufiger ausgetauscht, so empfiehlt es sich, die darauf vorhandenen Daten zu synchronisieren.

Technische Details

Das Einstecken einer funktionierenden und freigeschalteten SIM-Karte ist Voraussetzung, um telefonieren, simsen oder surfen zu können. Auf der SIM-Karte befinden sich der Prozessor, ein Speicher, verschiedene Anwendungen der Telekommunikationsanbieter (Toolkit) sowie die aus 15 Ziffern bestehende IMSI-Kennung (International Mobile Subscriber Identity), über die der Teilnehmer identifiziert wird. Im Gegensatz zur offiziellen Handynummer eines Teilnehmers ist die IMSI nur dem Netzbetreiber bekannt und kann auch nur von diesem zugeordnet werden.

Das Toolkit auf einer SIM-Karte umfasst Anwendungen wie beispielsweise Service-Dienstleistungen des Mobilfunkunternehmens (Wetter, Guthabenverwaltung, Identifizierung der Home-Zone, aber auch das unternehmenseigene Branding). Ein Teil des Speichers kann für eigene Daten des Nutzers verwendet werden, also beispielsweise für Telefonnummern oder SMS. Nach dem ersten Einsetzen der SIM-Karte muss diese in der Regel vom Betreiber freigeschaltet werden. Der Nutzer erhält zudem eine persönliche Identifikationsnummer (PIN), die ebenfalls auf der SIM-Karte gespeichert ist und dazu dient, das Mobilgerät vor unberechtigtem Zugriff zu schützen. Dabei bleibt es dem Nutzer selbst überlassen, ob er die PIN aktiviert oder den Zugriff auf das Gerät ohne PIN erlaubt. Wird sie mehrfach verkehrt eingegeben, so kann das Gerät nur durch Verwendung eines Personal Unblocking Keys (PUK, auch als Super-PIN bezeichnet) wieder entsperrt werden.

Die SIM-Karte enthält acht metallene Kontaktflächen, von denen für den laufenden Betrieb allerdings nur sechs benötigt werden. Über zwei der Pole wird die SIM-Karte mit Betriebsspannung versorgt. Ältere Karten werden mit 5 Volt versorgt, neuere mit 3 oder 1,8 Volt. Damit die Karte einwandfrei funktioniert und keine Schäden zu befürchten sind, sollte die – auf der Karte angegebene – Voltzahl mit der des Gerätes übereinstimmen. Um neuere Standards wie UMTS oder LTE nutzen zu können, ist bei einigen Netzanbietern eine USIM-Karte erforderlich.