Ratgeber
Wofür ein WLAN-Repeater gut ist
Ein Repeater bringt das Funknetz dorthin, wo vorher nichts ankam. Er tut das mit einem Tauschgeschäft, das in keiner Verpackung steht: Er vergrößert die Reichweite und halbiert dabei die Bandbreite. Ob sich das lohnt, hängt davon ab, was in der fraglichen Ecke bisher ankommt.
Was ein Repeater wirklich tut
Er empfängt das Signal deines Routers und sendet es noch einmal aus. Beides auf demselben Kanal, und beides nacheinander, denn ein Funkgerät kann nicht gleichzeitig hören und sprechen. Jedes Datenpaket geht damit zweimal über die Luft.
Das Ergebnis: Hinter dem Repeater steht bestenfalls die Hälfte der Bandbreite zur Verfügung, die er selbst vom Router empfängt. Steht er schlecht und empfängt schon nur die Hälfte, bleibt ein Viertel. Wer einen Repeater kauft, um sein WLAN schneller zu machen, macht es langsamer.
Trotzdem ist er oft die richtige Wahl. Ein Viertel von 200 MBit/s sind immer noch 50, und das reicht für alles außer großen Dateien. Der Vergleich lautet nicht „Repeater gegen volle Bandbreite“, sondern „halbierte Bandbreite gegen gar keine Verbindung“.
Der Standort entscheidet fast alles
Der häufigste Fehler ist, den Repeater dorthin zu stellen, wo das Netz fehlt. Genau dort empfängt er nämlich auch nichts, und er verteilt dann ein schlechtes Signal weiter.
Richtig steht er auf halbem Weg: an der letzten Stelle, an der der Empfang vom Router noch gut ist. In der Praxis heißt das meist der Flur zwischen den Räumen und nicht das Zimmer selbst. Steckdosen dicht am Boden, hinter Möbeln oder in der Nähe von Metall sind schlechte Plätze; ein Kühlschrank oder ein Heizkörper dazwischen kostet mehr als eine Wand.
Die meisten Geräte haben eine Anzeige oder eine App, die die Signalstärke am aktuellen Platz meldet. Probiere zwei oder drei Steckdosen aus und miss jedes Mal in dem Raum, um den es geht. Der Unterschied zwischen der besten und der zweitbesten Stelle ist oft größer als der zwischen zwei Geräten.
Einrichten
Fast alle Geräte können WPS: Drück den Knopf am Router, drück den Knopf am Repeater, warte eine Minute. Danach übernimmt er Netznamen und Passwort und ist fertig. Ohne WPS verbindest du dich mit dem Einrichtungsnetz des Repeaters und trägst die Zugangsdaten deines WLANs in seiner Oberfläche ein.
Eine Sache lohnt sich danach: Sieh nach, ob es Aktualisierungen für das Gerät gibt, und stell sie auf automatisch. Ein Repeater hängt genauso im Netz wie der Router, wird aber deutlich seltener angesehen.
Ob dein Gerät denselben Netznamen führen soll wie der Router, ist Geschmackssache mit einem Haken. Gleicher Name heißt: Handy und Laptop wechseln von allein, aber oft zu spät, weil sie an der schwachen Verbindung kleben, bis sie ganz abreißt. Verschiedene Namen heißen: Du wechselst von Hand, weißt dafür immer, woran du hängst.
Drei Alternativen, die meist besser sind
Ein Netzwerkkabel. Unschön, aber unschlagbar. Wenn sich eine Leitung legen lässt, sei es auch nur im Fußleistenkanal, ist die Frage erledigt. Am Ende des Kabels kann ein zweiter Router als Zugangspunkt hängen und dort ein volles Funknetz aufspannen.
Ein Mesh-System. Zwei oder drei Geräte, die ein Netz mit einem Namen bilden und für die Verbindung untereinander einen eigenen Funkweg freihalten. Damit fällt das Halbieren weg, und die Geräte wechseln sauber von einer Station zur nächsten. Es kostet mehr als ein Repeater und ist bei einem Haus über mehrere Etagen das Geld wert.
Powerline. Die Daten laufen über die Stromleitung. Das hilft dort, wo eine dicke Wand oder eine Betondecke im Weg ist und kein Kabel gelegt werden kann. Wie gut es geht, hängt an der Hausinstallation und lässt sich vorher nicht sagen: Über zwei verschiedene Stromkreise oder durch eine Mehrfachsteckdose bricht die Rate ein. Kauf es dort, wo du es zurückgeben kannst.
Erst nachsehen, woran es liegt
Bevor du irgendetwas kaufst: Häng einen Rechner mit Netzwerkkabel an den Router und miss. Kommt dort an, was im Vertrag steht, ist dein Funknetz das Problem und ein Repeater oder ein Mesh-System die Antwort. Kommt schon dort zu wenig an, hilft kein Gerät in der Wohnung.
Dann geht es um die Leitung, und was du in dem Fall verlangen kannst, steht in der FAQ. Welche Anschlussarten es an deiner Adresse überhaupt gibt, steht auf der Seite deiner Gemeinde in der Ortsübersicht. Und worauf du beim Router selbst achtest, steht nebenan.