Ratgeber

Den richtigen WLAN-Router aussuchen

Der Router ist das einzige Gerät im Haushalt, das jedes andere braucht. Er entscheidet nicht darüber, wie schnell deine Leitung ist, aber darüber, wie viel davon im Wohnzimmer ankommt. Und du musst nicht den nehmen, den der Anbieter schickt.

Drei Router von hinten, mit ihren Anschlussbuchsen

Zuerst: passt er überhaupt an deinen Anschluss?

Das ist die einzige Frage, bei der ein Fehler richtig teuer wird, denn ein Router für die falsche Anschlussart lässt sich nicht umbauen. Vier Arten gibt es, und sie brauchen verschiedene Geräte.

Läuft dein Anschluss über die Telefonleitung, brauchst du ein Gerät mit eingebautem DSL-Modem. Läuft er über das Fernsehkabel, brauchst du ein Kabelmodem, und die beiden sind nicht dasselbe. Bei Glasfaser steht meist schon eine Box des Netzbetreibers an der Wand; dahinter genügt ein Router ohne Modem, manche Geräte bringen den Glasfaseranschluss aber auch selbst mit. Und beim Mobilfunk ist es ein Router mit SIM-Karte.

Wenn du dir nicht sicher bist, sieh nach, was gerade an der Wand hängt und in welche Dose es geht. Auf der Ortsseite deiner Gemeinde steht außerdem, welche Techniken es dort überhaupt gibt.

Der WLAN-Standard, und warum die neueste Zahl selten nötig ist

Aktuell sind Wi-Fi 6 und Wi-Fi 7. Beide bringen vor allem dann etwas, wenn viele Geräte gleichzeitig funken, und weniger dann, wenn ein Laptop allein im Haus ist. Wi-Fi 7 nutzt zusätzlich das 6-GHz-Band, das kaum belegt ist und deshalb sehr schnell, aber schon durch eine Wand deutlich schwächer wird.

Der praktische Rat lautet deshalb anders, als die Werbung nahelegt: Ein Router mit Wi-Fi 6 reicht für fast jeden Haushalt, und wenn dein Anschluss 100 oder 250 MBit/s liefert, reicht selbst ein älteres Gerät. Der Standard wird erst dann zum Engpass, wenn die Leitung schneller ist als das Funknetz, also etwa ab einem Gigabit. Vorher liegt das Problem woanders.

Zwei Bänder, und wofür sie taugen

Jeder heutige Router funkt auf 2,4 und auf 5 GHz. Das ältere Band ist langsamer, kommt aber weiter und durch mehr Wände. Das neuere ist schnell und macht schon an der zweiten Wand schlapp.

Daraus folgt die häufigste Fehleinstellung: Ein Laptop, der sich hartnäckig ins 2,4-GHz-Netz hängt, obwohl er zwei Meter vom Router steht. Die meisten Geräte lassen beide Bänder unter demselben Netznamen laufen und schieben die Geräte selbst hin und her. Wenn das nicht klappt, hilft es, den Bändern verschiedene Namen zu geben und den Rechner von Hand ins 5-GHz-Netz zu hängen.

Telefonie, wenn du sie brauchst

Festnetztelefonie läuft heute über den Internetanschluss. Ob du ein schnurloses Telefon direkt an den Router hängen kannst, hängt davon ab, ob er eine DECT-Basis eingebaut hat, und ob ein altes Kabeltelefon weiterlaufen kann, hängt an der analogen Buchse. Beides fehlt bei vielen günstigen Geräten. Wer nur über das Handy telefoniert, spart sich das.

Wann ein Mesh-System sinnvoll ist

Ein einzelner Router versorgt eine Wohnung bis etwa hundert Quadratmeter auf einer Ebene ordentlich. Bei einem Haus über zwei oder drei Etagen, dicken Wänden oder einem Anbau kommt er an seine Grenze, und dann ist ein Mesh-System die bessere Antwort als ein Repeater: Zwei oder drei Geräte spannen ein Netz mit einem Namen auf, und das Telefon wechselt beim Gehen von einem zum nächsten, ohne dass ein Gespräch abreißt.

Der Unterschied zum Repeater ist die Rückleitung. Mesh-Geräte halten dafür einen eigenen Funkkanal frei oder hängen an einem Netzwerkkabel; ein einfacher Repeater teilt sich denselben Kanal mit deinen Geräten und halbiert damit, was durchgeht. Was das im Einzelnen heißt, steht auf der Seite zum Repeater.

Liegt es am Router oder an der Leitung?

Diese Frage lässt sich in fünf Minuten beantworten, und sie erspart oft einen unnötigen Kauf. Häng einen Rechner mit Netzwerkkabel direkt an den Router und miss. Kommt dort an, was im Vertrag steht, ist die Leitung in Ordnung und dein Problem ist das Funknetz. Kommt auch dort zu wenig an, liegt es an der Leitung, und ein neuer Router ändert daran nichts.

Im zweiten Fall hilft nur der Anbieter. Was du dann verlangen kannst, steht in der FAQ: Bleibt die Leistung dauerhaft deutlich unter der vertraglich geschuldeten Bandbreite, darfst du den Preis mindern oder kündigen.

Der Router vom Anbieter, und wann er reicht

Er reicht öfter, als man denkt. Die Geräte, die zu einem Tarif gehören, sind auf diesen Anschluss eingestellt, kommen vorkonfiguriert an und bekommen ihre Aktualisierungen automatisch. Wer keine besonderen Ansprüche hat, fährt damit gut.

Nehmen musst du ihn nicht. Seit 2016 gilt die freie Endgerätewahl: Du darfst dein eigenes Gerät anschließen, und der Anbieter muss dir die Zugangsdaten dafür herausgeben. Gegen ein eigenes Gerät spricht der Preis, dafür sprechen drei Dinge: Du behältst es beim nächsten Anbieterwechsel, du wählst die Ausstattung selbst, und du bekommst länger Sicherheitsaktualisierungen als bei manchem Mietgerät.

Rechnen lässt sich das leicht. Eine Miete von vier Euro im Monat ist über zwei Jahre knapp hundert Euro. Im Tarifvergleich steht bei jedem Tarif, was das Gerät kostet und ob eines ohne Aufpreis dabei ist.